Sein Vermögen, das sein Ansehen unter seinen Freunden und Bekannten noch steigert, beruht auf der bis in die schlimmste Kriminalität reichende Aktivität, die er mit seinen Aktienkäufen unbewusst finanziert und beauftragt. Da helfen auch keine großzügigen Spenden an den örtlichen Verein der Blindenhilfe oder die freiwillige Feuerwehr. Da hilft auch nicht die Spende für die Anschaffung der neuen Rutsche für den Kindergarten. Verbrechen bleibt Verbrechen und Auftraggeber dazu bleibt der Aktienbesitzer. Das Bewusstsein des Aktionärs endet genau an der Schwelle zum Verlust. Solange er Gewinne macht, denkt er weder über das eigene Leben noch über das anderer Menschen nach. Die Triebe das Aktienbesitzers sind auf die Aktie fokussiert. Sein ganzes animal einfaches Streben zielt auf das schnelle Gewinnemachen durch Aktiengeschäfte.
Die Börse ist die satanische Erlösung des Menschen von seinem Gewissen. Der Mensch wird mit seinem finanziellen Engagement an der Börse zum Verursacher größter menschlicher Übel und Untaten. Der große Vorteil liegt darin, dass er sich dies in keinster Weise klar machen muss. Er bleibt ganz unbelastet von dem Leid, das er entfacht, und streicht zufrieden die Gewinne ein, über deren Herkunft er nicht viel weiß und wissen will.
Der Begriff Volksaktie suggeriert, dass jeder sich an diesem wunderbaren Füllhorn der Gewinnsegnung laben kann. Mit der so genannten Volksaktie wird die gewissenlose, abgefahrene Gewinnmaximierung auf Kosten anderer als Allgemeingut dargestellt. So erreichen die Interessenvertreter der Konzerne die Abschaltung der Kritik, die sich aufgrund vielfältiger Konzernübergriffe auf die Gesellschaft bilden könnte.
Im Auftrag des Aktionärs werden Nationen und Völker im großen Stil ihrer Rechte und ihres rechtmäßigen Eigentums beraubt. In seinem Auftrag findet weltweit der intensivste Imperialismus statt. Menschen werden wie Material behandelt. Menschen sind nur noch Mittel zum Gewinne-Machen. Der Aktionär diktiert die Verarmung der Massen und weidet sich an den herausgepressten Gewinnen.
Die Börse strukturiert die Welt um. Der gemeine Aktienbesitzer verdrängt fein, dass er mit der rein geschäftlich verursachten Not anderer Menschen sich selbst und sein eigenes Leben sinnlos macht. Sein Leben findet nur noch Sinn und Zweck im Abkassieren. Andere Menschen kennt er nur als eng befreundete Mittäter. Alles was darüber hinausgeht, ist für ihn nicht wirklich vorhanden und kann gnadenlos ausgebeutet werden.
Er betoniert mit seinem Denken und mit jeder Aktienbewegung die Verzerrung und Zerstörung eventuell noch existierender Gerechtigkeiten. So wird jeder Aktionär zum Mittäter und zum Mitverursacher der Zerstörung einer menschlichen Welt. Dem egoistischen und machtkonzentrierten Gewinnemachen werden in der Moderne mehr Existenzen geopfert als je zuvor. Die Börse und ihre menschenunwürdige Unkultur verantwortet die Rückkehr zu einer schon lange vermeidbaren Existenznot der Menschen.
Der Mensch, der noch in der Schule etwas über Aristoteles und Kant gelernt hat, der Mensch, der von seinen Eltern noch gelernt hat, dass man nicht in der Nase popelt und das Geschlechtsteil herumzeigt, dieser Mensch sinkt mit dem Engagement an der Börse zurück in die finsterste Unmenschlichkeit. Sein unnatürlich zugespitzter Egoismus tritt an die Stelle seiner guten Erziehung und seiner hochachtungsvollen Lebenseinstellung und macht ihn zum niedrigsten Tier.
Die Erniedrigung des Menschen durch Konzerne wirkt nicht nur auf die Schwachen, die von Konzernen rigoros ausgebeutet werden, die Erniedrigung des Menschen durch Konzerne trifft auch und gerade den, der sich durch den schnellen Reichtum auf der besseren Seite wähnt. Denn die Erniedrigung des Menschen zum Aktienbesitzer ist vollkommen. Sie macht aus dem denkenden, fühlenden Wesen eine Maschine des Tötens, Raffens und der Unterdrückung. Eine Maschine, angetrieben ausschließlich von Egoismus und von Gewinnsucht.
Tiefer kann ein Mensch nicht sinken.
Die Unterdrückung und Unmenschlichkeit, die von den Konzernen ausgeht, verantwortet unsere modernen Kriege und den Niedergang ganzer Kulturen. Die konzerngemachte Sackgasse, in die unterdrückte und ausgebeutete Kontinente und Menschengruppen gehen müssen, ist das Gegenteil jeder Zivilisation und Vernunft. Mit Menschsein hat das nichts mehr zu tun. Nur noch mit der Egoismus-Maschine Aktienbesitzer und den ihr behilflichen Konzernhandlangern.
Kommentare
Kommentar schreiben:

Gerd Vogelsang am 2.Juli.2010